Das war das Jahr 2011
Freitag, 30. Dezember 2011

2011 war für mich als Biograf ein herausragend gutes Jahr. Vier große Buchprojekte brachte ich zum Abschluss, ein Manuskript liegt bei der Erzählerin zur Korrektur, ein weiteres werde ich noch bis zur Abreise in unser Winterquartier in zehn Tagen soweit bringen, dass ich es dem Erzähler zur Durchsicht schicken kann.
Weihnachtsnomaden - Update 2011
Mittwoch, 21. Dezember 2011
Honorarfrage
Montag, 19. Dezember 2011
Echt blind
Donnerstag, 8. Dezember 2011

Ruth Wunsch / Matthias Brömmelhaus: echt blind – Wahre Geschichten aus der Dunkelwelt.
edition octopus im Verlagshaus Monsenstein & Vannerdat, Softcover, 96 Seiten, ISBN 978-3-86991-472-5, 8,80 €.
»Echt blind« ist im Moment nur direkt beim Verlag zu bestellen, bis es auch im stationären Buchhandel und bei Onlinehändler erhältlich ist, dauert es noch ein bisschen. Genauso braucht auch das eBook noch ein bisschen Zeit, aber selbstverständlich wird es das Buch in allen gängigen Formaten geben.
Unerbittlich und kalt
Samstag, 26. November 2011
Fünf aus Zwanzig
Montag, 31. Oktober 2011
Radio zum Träumen
Freitag, 28. Oktober 2011
Jahresendralley
Donnerstag, 27. Oktober 2011
- Eine Unternehmerbiografie ist im Druck. Auslieferung beim Kunden Anfang Dezember.
- Die Druckfahnen eines Buches über die oft skurrilen Alltagserlebnisse einer achtzigjährigen, blinden Dame lagen heute im Posteingang und sollten möglichst schnell überarbeitet werden, wenn der Erscheinungstermin Ende des Jahres gehalten werden soll.
- Den Rohtext der Autobiografie eines Heim- und Pflegeopfers (mehr dazu hier) habe ich letztes Wochenende abgeschlossen. Jetzt folgt die Überarbeitung und Abstimmung mit der Erzählerin, wozu ich vermutlich noch einmal zu ihr ins Rheinland fahren muss. Geplanter Erscheinungstermin: Anfang 2012
- Ich schreibe derzeit an der Autobiografie eines Sachsen (die dreitägigen Interviews habe ich in der vergangenen Woche geführt), der als Kleinkind zusehen musste, wie sein Vater von russischen Soldaten erschossen und seine Mutter vergewaltigt wurde. Sie starb kurz darauf genau wie die Oma auf der Flucht an Typhus. Trotzdem ist es eine glückliche Lebensgeschichte, denn er wurde von großartigen Menschen adoptiert, deren Handwerksbetrieb er übernahm und nach der Wiedervereinigung zu einem erfolgreichen, kleinen Unternehmen ausbaute. Mein Problem: Das Buch sollte, wenn es irgendwie möglich ist, am 70. Geburtstag des Erzählers vorliegen - und der ist am 31.12.2011.
- Zwischendurch fliege ich Ende kommender Woche für fünf Tage nach Toronto, um die Interviews für eine neue Biografie und Firmengeschichte mit einem Erzähler zu führen, der in den 60-iger Jahren nach Kanada auswanderte und dort ein Weltunternehmen aufbaute. Zum Glück gibt es hier keinen Druck, was den Fertigstellungstermin angeht. In der ersten Hälfte des kommenden Jahres muss dieses Projekt aber abgeschlossen sein.
Die Freiheit des Auftragsbiografen
Mittwoch, 12. Oktober 2011
Erfolgsgeschichten
Mittwoch, 5. Oktober 2011
Die Disziplin des Biografen
Mittwoch, 21. September 2011
Leider lassen sich auch Unterbrechungen nicht immer vermeiden: Telefonanrufe, die ich annehmen muss, Mails, die sofort beantwortet werden müssen usw. Deshalb ist es für mich auch unabdingbar, ein tägliches Ziel an Seiten festzulegen, die ich bis zum Feierabend schreiben muss. Eine Stundenzahl hilft hier nicht weiter, allzu oft wäre das Tagesergebnis dann zu unbefriedigend.
Großes Kopfkino
Dienstag, 6. September 2011
Bei »Faszination Nijinsky« von Petra van Cronenburg ist das anders. Dabei sollte ich vorwegschicken: Ich verstehe rein gar nichts von Ballett, mag es nicht einmal besonders. Zum Glück ist das keine Voraussetzung, um von diesem Porträt eines Künstlers, der zu den wichtigsten Vertretern der Avantgarde des beginnenden 20. Jahrhunderts gehörte, fasziniert zu sein. Denn »Tanz« ist hier nichts anderes als »Kunst«. Der Tänzer Nijinsky ist der Inbegriff des avantgardistischen Künstlers, der seinem Publikum Unerhörtes, bisher nicht Dagewesenes zumutet - und dafür vergöttert wird. Hierin unterschied er sich von anderen Avantgardisten, deren Kunst zu Lebzeiten unverstanden blieb und die ein Leben in Tristesse und Armut fristeten. Dem Russen lagen die Menschen zu Füßen. Valentino, Chaplin, Chanel, Picasso - sie alle verehrten ihn auf fast religiöse Weise. Die Frauen im Publikum schmachteten ihn an und die Männer waren genauso irritiert wie hingezogen von seiner erotischen Zweideutigkeit. Vielleicht war Nijinsky das erste erotische Idol der darstellenden Kunst. Männer und Frauen, Heterosexuelle, Homosexuelle, Bisexuelle - allen war er der Heros einer neuen Zeit, der erste Superstar.Der Ruhm blieb bis heute, der persönliche Erfolg aber war nur von kurzer Dauer. Am Ende zahlte der »Gott des Tanzes« einen hohen Preis und verbrachte nach einem Zusammenbruch einen Großteil seiner zweiten Lebenshälfte in psychiatrischen Kliniken und Pflegeheimen, malträtiert von Therapieexperimenten.
War er ein Opfer seiner Kunst? Seiner keine Grenzen akzeptierenden Maßlosigkeit? Seines Strebens nach Perfektion und der Gier nach der Liebe von Männern und Frauen, die allein seine Minderwertigkeitsgefühle erträglich machte? Letzte Antworten gibt auch dieses Buch nicht, aber Petra van Cronenburg schafft in ihrem Porträt etwas viel Großartigeres. Sie lässt uns sehen, was das Besondere an Nijinskys Kunst war. Sie zeigt uns den »Tanz der Hände« und lässt uns erahnen, wie weit sich Nijinskys Stil mit seinen neuen, abrupten Bewegungen vom gefälligen Spitzentanz entfernte, wie revolutionär neu er war. Es gibt kein einziges Filmdokument über Nijinskys Tanzkunst - umso wichtiger ist es, dass eine Sprachkünstlerin es schafft, das Kino im Kopf in Gang zu setzen. Hierin liegt die besondere Stärke dieses beinahe romanhaften Porträts, wegen der es eben auch für Nicht-Tanzenthusiasten großartige Lektüre ist.
Der Anhang des Buches mit zwei Interviews (mit dem Choreografen Ralf Rossa und dem Kurator der Prinzhorn-Ausstellung in Admont, Dr. Michael Braunsteiner) führt noch einmal vor Augen, wie ungebrochen der Mythos Nijinsky bis heute lebendig ist.
Die Straße den Bürgern!
Donnerstag, 1. September 2011
Wenn der Sommer besonders schön und die Nächte besonders warm waren, stellten wir ein paar Kisten Bier in einen Bollerwagen und setzten uns an die Ems. Ein Kassettenrekorder war immer dabei und den braven Passanten war er immer zu laut. Aber wir lachten über diese Spießer und ließen uns nicht stören und wenn das Bier zur Neige ging, stiegen wir über den Zaun ins Freibad und schwammen eine paar Runden. Der Bademeister hatte einen festen Schlaf. Oder er wollte uns nicht hören. Was war auch schon dabei!
Sommerblues
Donnerstag, 18. August 2011
Vielleicht war ich zu lange zu weit entfernt von dieser Normalität. Noch nie war ich so viele Tage auf einem Schiff unterwegs. Noch nie war ich so weit im Norden, dass sogar die moderne Kommunikationstechnologie für Tage nicht zur Verfügung stand, weil keine zuverlässige Verbindung zum Satelliten möglich war. Zu niedrig steht er am Horizont. Auf 79° Nord. Knapp 1200 Kilometer vor dem Nordpol.

Auszeit
Freitag, 22. Juli 2011
Ein einziges Zugeständnis an meine Arbeit gibt es in der Lektüre. Ich werde die Biografien zweier Künstler lesen.
Die von Tom Waits, weil mich diese Musik seit Jahrzehnten begleitet und »Faszination Nijinksy«, weil Petra van Cronenburgs Berichte und Erzählungen zur Entstehung des Buches mich neugierig gemacht haben. Was sonst noch? Mein eBook-Reader ist prall gefüllt.
Also dann - bis in drei Wochen. Gehabt Euch wohl!

