Balinesischer Arbeitstag
Freitag, 19. Februar 2010
Auf Bali kann man nicht planen. Vielleicht macht gerade das den Reiz dieser Insel aus. Heute erlebte ich das wieder hautnah. Am Morgen setzte ich mich voller Tatendrang an den Schreibtisch, um mindestens zehn Seiten meines aktuellen Romanprojekts zu schreiben. Meine Frau ging in die Stadt zum Frisör. Dort traf sie einen Bekannten, den wir seit 20 Jahren kennen und der nicht wusste, dass wir gerade auf der Insel sind. Er war überglücklich, sie zu sehen, denn gerade heute sei der letzte Tag der Hochzeitsfeierlichkeiten seines Neffen. „Wir müssten unbedingt, es sei ihm eine Freude, wenigstens kurz zum Lunch ... „ Lange Rede, kurzer Sinn: Eine Stunde später saßen wir in einem festlich geschmückten Haus und unter fröhlich gestimmten, wenn auch nach drei Tagen des Feierns etwas müden Menschen, genossen ein vorzügliches Mahl, erlebten zum x-ten Mal die besondere Gastfreundschaft der Balinesen, redeten mit alten Bekannten und hörten und sahen, wie mein Bart selbst heute noch die Heiterkeit der jungen Damenwelt erregt. Es war schön. Arbeiten kann ich morgen auch noch.
Geschrieben von Matthias Brömmelhaus
in Der Täter schreibt
um
09:34
| Kommentare (0)
| Trackbacks (0)
Eine Zensur findet nicht statt
Montag, 8. Februar 2010
Jeder kreativ Schreibende kennt das Problem: Bei jedem Satz, den man zu Papier bringt, meldet sich eine innere Stimme. „Das geht doch nicht!“ - „Das kann man unmöglich so formulieren!“ - „Merkst du nicht, wie unglaubwürdig das ist?“ - „Diese Wendung der Geschichte nimmt dir kein Mensch ab!“ „Streich das! Sofort!“ Niederschmetternde Gedanken, die einen verzweifelt vor dem Bildschirm sitzen lassen. Schnell wird gestrichen, was zuvor in mühevoller Arbeit entstanden ist. Oft merkt man nach Tagen, dass die einem spontanen, negativ kritischen Impuls zum Opfer gefallene Idee sehr wohl tragfähig war. Zu spät! Glück hat dann der Autor, der nichts endgültig verwirft, sondern stets die Möglichkeit in Betracht zieht, dass sich der innere Zensor irren kann. Dann wird mühsam rekonstruiert, was vor Tagen spontan entstanden war.
Wie gesagt: Jeder Autor hat das schon erlebt. Deshalb gibt es vermutlich auch hunderte Ratschläge, wie man es schafft, seine Ideen und Formulierungen zunächst am Zensor im Kopf vorbeizuschleusen. Ich kenne nur wenige dieser Vorschläge, weil ich keine Schreibakademien besucht und zwar viele Schreibratgeberbücher begonnen, aber nur wenig bis zur letzten Seite gelesen habe. Deshalb schildere ich hier meine persönliche Methode, das Problem zu umschiffen.
Bei jedem größeren Projekt versuche ich zunächst, die tragende Idee in möglichst einem Satz zu formulieren. Zugegeben: Manchmal werden es zwei oder drei Sätze, mehr sollten es aber nicht sein. In diesem Satz finden sich die zentrale Idee, der Konflikt und die Gegenspieler.
Folgte man dem klassischen Ablauf, käme jetzt das Exposee. Hier gehe ich aber anders vor und schreibe zunächst ein Treatment. Zumindest nenne ich es so, weil es der Definition relativ nahe kommt. Im Grunde genommen schreibe ich die komplette Geschichte, allerdings ohne jede einzelne Szene und jeden Dialog auszuformulieren. Lediglich der Inhalt jeder Szene wird festgehalten. Außerdem beschreibe ich die Stimmungen und Emotionen. Das sieht dann etwa so aus:
„A und B treffen sich in A‘s Stammkneipe. Der Gastraum ist voll. Trotz des seit Monaten geltenden Rauchverbots hängt der kleine Schankraum voller Nikotindunst. B`s Augen schmerzen. Ein spontaner Impuls rät ihm, wieder zu gehen. Aber er will A zur Rede stellen. Also geht er auf die Toilette, um seine Kontaktlinsen zu entfernen. A betritt die Toilette. Dialog: B wirft A vor, ein Verhältnis mit seiner Freundin zu haben. A bestreitet das heftig. Es kommt zu einer Auseinandersetzung, in deren Verlauf A gewalttätig wird. Durch seine Sehschwäche behindert, hat B keine Chance ....“
Ich denke, jeder kann sich das vorstellen. Entscheidend für mich ist: Dieses Treatment wird nie jemand zu Gesicht bekommen. Ich schreibe es ausschließlich für mich. Es braucht also auch keinen Zensor, der mir ständig einflüstert, dass man dieses oder jenes so nun wirklich nicht formulieren könne. Stilistische Schwächen oder orthografische Fehler interessieren mich nicht.
In dieser Phase des Schreibprozesses darf ich alles schreiben. Ich sollte es sogar. Also setzte ich mich an den Computer und bringe virtuell zu Papier, was mir in den Sinn kommt. Meldet sich der innere Kritiker, sage ich: „Sei still. Du bist jetzt nicht gefragt. Deine Zeit kommt später!“ Das funktioniert vermutlich deshalb erstaunlich gut, weil ich weiß, dass der Text nur das Fundament ist, auf den ich später aufbaue. Dann wird es noch genug Gelegenheiten, jede einzelne Idee und jeden Satz kritisch zu hinterfragen.
Bei meinem aktuellen Romanprojekt ist das Treatment inzwischen fertig. Es hat einen Umfang von 110 Seiten, was erfahrungsgemäß etwa einem Drittel der späteren Endfassung entspricht. Auch die auf dem Klemmbrett meines „Papyrus Autor“ - ein spezielles Schreibprogramm für Autoren, ohne dass ich mir meine Arbeit nicht mehr vorstellen kann - während des Schreibens abgelegten Notizzettel mit offenen Fragen, habe ich inzwischen abgearbeitet. Das bedeutete einen erneuten Einstieg in die Recherche ein, um Antworten zu suchen und in das Treatment einzuarbeiten.
Diese Vorgehensweise gibt mir erst die Freiheit, mit dem Schreiben eines Manuskripts zu beginnen. Jetzt erst bin ich sicher, dass meine Idee einen ganzen Roman trägt und ich kenne die Entwicklung von Geschichten und Charakteren schon sehr detailliert. Nun kann ich mich auf den Text konzentrieren, ohne ständig von Zweifeln über Plot oder Figurenentwicklung behindert zu werden.
Bevor ich allerdings damit beginne, gehe ich nochmals einen Schritt zurück und schreibe ein Exposee. Die ganze Geschichte auf zwei Seiten zusammenzufassen, zwingt mich, alle wesentlichen Handlungsstränge zu komprimieren und die Charaktere klar zu beschreiben. Sollte mir das nicht gelingen, ist es ein eindeutiges Indiz für Unstimmigkeiten im Plot oder in der Charakterentwicklung, an denen ich unbedingt arbeiten sollte. In dieser Phase befindet ich mich gerade. Spätestens übermorgen hoffe ich das Exposee fertig zu haben. Dann werde ich mir zwei oder drei Tage Pause gönnen, besuche Freunde am Meer. Abschalten, über andere Dinge reden, möglichst nicht an die Geschichte denken. Kraft tanken für den Schreibmarathon, der folgt, denn vor mir liegen mehrere Wochen, in denen ich täglich acht und mehr Stunden konzentriert und wenn ich Glück habe wie im Rausch schreiben werde.
Wie gesagt: Jeder Autor hat das schon erlebt. Deshalb gibt es vermutlich auch hunderte Ratschläge, wie man es schafft, seine Ideen und Formulierungen zunächst am Zensor im Kopf vorbeizuschleusen. Ich kenne nur wenige dieser Vorschläge, weil ich keine Schreibakademien besucht und zwar viele Schreibratgeberbücher begonnen, aber nur wenig bis zur letzten Seite gelesen habe. Deshalb schildere ich hier meine persönliche Methode, das Problem zu umschiffen.
Bei jedem größeren Projekt versuche ich zunächst, die tragende Idee in möglichst einem Satz zu formulieren. Zugegeben: Manchmal werden es zwei oder drei Sätze, mehr sollten es aber nicht sein. In diesem Satz finden sich die zentrale Idee, der Konflikt und die Gegenspieler.
Folgte man dem klassischen Ablauf, käme jetzt das Exposee. Hier gehe ich aber anders vor und schreibe zunächst ein Treatment. Zumindest nenne ich es so, weil es der Definition relativ nahe kommt. Im Grunde genommen schreibe ich die komplette Geschichte, allerdings ohne jede einzelne Szene und jeden Dialog auszuformulieren. Lediglich der Inhalt jeder Szene wird festgehalten. Außerdem beschreibe ich die Stimmungen und Emotionen. Das sieht dann etwa so aus:
„A und B treffen sich in A‘s Stammkneipe. Der Gastraum ist voll. Trotz des seit Monaten geltenden Rauchverbots hängt der kleine Schankraum voller Nikotindunst. B`s Augen schmerzen. Ein spontaner Impuls rät ihm, wieder zu gehen. Aber er will A zur Rede stellen. Also geht er auf die Toilette, um seine Kontaktlinsen zu entfernen. A betritt die Toilette. Dialog: B wirft A vor, ein Verhältnis mit seiner Freundin zu haben. A bestreitet das heftig. Es kommt zu einer Auseinandersetzung, in deren Verlauf A gewalttätig wird. Durch seine Sehschwäche behindert, hat B keine Chance ....“
Ich denke, jeder kann sich das vorstellen. Entscheidend für mich ist: Dieses Treatment wird nie jemand zu Gesicht bekommen. Ich schreibe es ausschließlich für mich. Es braucht also auch keinen Zensor, der mir ständig einflüstert, dass man dieses oder jenes so nun wirklich nicht formulieren könne. Stilistische Schwächen oder orthografische Fehler interessieren mich nicht.
In dieser Phase des Schreibprozesses darf ich alles schreiben. Ich sollte es sogar. Also setzte ich mich an den Computer und bringe virtuell zu Papier, was mir in den Sinn kommt. Meldet sich der innere Kritiker, sage ich: „Sei still. Du bist jetzt nicht gefragt. Deine Zeit kommt später!“ Das funktioniert vermutlich deshalb erstaunlich gut, weil ich weiß, dass der Text nur das Fundament ist, auf den ich später aufbaue. Dann wird es noch genug Gelegenheiten, jede einzelne Idee und jeden Satz kritisch zu hinterfragen.
Bei meinem aktuellen Romanprojekt ist das Treatment inzwischen fertig. Es hat einen Umfang von 110 Seiten, was erfahrungsgemäß etwa einem Drittel der späteren Endfassung entspricht. Auch die auf dem Klemmbrett meines „Papyrus Autor“ - ein spezielles Schreibprogramm für Autoren, ohne dass ich mir meine Arbeit nicht mehr vorstellen kann - während des Schreibens abgelegten Notizzettel mit offenen Fragen, habe ich inzwischen abgearbeitet. Das bedeutete einen erneuten Einstieg in die Recherche ein, um Antworten zu suchen und in das Treatment einzuarbeiten.
Diese Vorgehensweise gibt mir erst die Freiheit, mit dem Schreiben eines Manuskripts zu beginnen. Jetzt erst bin ich sicher, dass meine Idee einen ganzen Roman trägt und ich kenne die Entwicklung von Geschichten und Charakteren schon sehr detailliert. Nun kann ich mich auf den Text konzentrieren, ohne ständig von Zweifeln über Plot oder Figurenentwicklung behindert zu werden.
Bevor ich allerdings damit beginne, gehe ich nochmals einen Schritt zurück und schreibe ein Exposee. Die ganze Geschichte auf zwei Seiten zusammenzufassen, zwingt mich, alle wesentlichen Handlungsstränge zu komprimieren und die Charaktere klar zu beschreiben. Sollte mir das nicht gelingen, ist es ein eindeutiges Indiz für Unstimmigkeiten im Plot oder in der Charakterentwicklung, an denen ich unbedingt arbeiten sollte. In dieser Phase befindet ich mich gerade. Spätestens übermorgen hoffe ich das Exposee fertig zu haben. Dann werde ich mir zwei oder drei Tage Pause gönnen, besuche Freunde am Meer. Abschalten, über andere Dinge reden, möglichst nicht an die Geschichte denken. Kraft tanken für den Schreibmarathon, der folgt, denn vor mir liegen mehrere Wochen, in denen ich täglich acht und mehr Stunden konzentriert und wenn ich Glück habe wie im Rausch schreiben werde.
Geschrieben von Matthias Brömmelhaus
in Der Täter schreibt
um
05:16
| Kommentare (0)
| Trackbacks (0)
Mehr als nur Tapetenwechsel
Mittwoch, 3. Februar 2010
Wie wunderbar es ist, sich jedes Jahr eine Auszeit zu nehmen und Wohn- und Arbeitsplatz auf die andere Seite der Erdhalbkugel zu verlegen, habe ich ja schon geschrieben. Die beschriebene Entgiftung vom Nachrichtenmüll ist einer der positiven Effekte, aber keineswegs der einzige. Nein, ich meine jetzt nicht die Tatsache, dass ich hier bei 28 Grad an einem Schreibtisch im Freien sitze, vor mir ein kleiner Plansch-Pool, in den ich bei Bedarf springen kann, während in Deutschland der Verkehr wegen Schneechaos zusammenbricht. Obwohl auch das nicht zu verachten ist. Kalte, lange Winter kenne ich seit Jahren nur noch aus den Berichten von Daheimbleibenden. Nein, das regelmäßige Wechseln an einem anderen Ort, auf einen anderen Kontinent, in eine andere Kultur erweitert den Horizont auf wunderbare Weise. Vorausgesetzt, man wechselt tatsächlich den Lebensmittelpunkt und geht nicht nur auf eine Urlaubsreise, die allenfalls einen Tapetenwechsel bringt.
Meine Frau und ich kommen seit nunmehr 20 Jahren regelmäßig nach Bali. Wohin auch immer uns unsere zahlreichen Reisen in Asien führten, ein kurzer Abstecher auf die „Insel der Götter“ musste fast immer sein. Die besondere Faszination dieses kleinen Eilands mit seiner weltweit einzigartigen Kultur ist schwer zu erklären. Sie lässt sich nur erleben und ich kenne niemanden, der sich dem Zauber entziehen kann. Wir schauten bald auch hinter die glänzenden Fassaden und Kulissen, erlebten balinesische Wirklichkeit jenseits der touristischen Hochglanzprospekte. Wir begannen, indonesisch zu lernen. Wir bemühten uns, das schier undurchdringliche Dickicht indonesischer Politik zu verstehen und lernten mehr und mehr über die Verwerfungen und Konflikte in der balinesischen Gesellschaft, die wir immer noch nur ansatzweise verstehen. Die Realität entzaubert manches und doch: An keinem anderen Ort fühlen wir uns so daheim.
Sicherlich liegt das auch an der Kleinstadt Ubud, die seit einigen Jahren unsere Winterheimat ist. Ubud wurde gerade von einer amerikanischen Reisezeitschrift zur „best city of Asia“ gekürt, was angesichts der Tatsache, dass sie mit ihren 8000 Einwohner die pulsierenden Metropolen Bangkok und Hongkong auf die Plätze verwies, seltsam anmuten mag. Wer hier länger lebt, versteht das besser. Ubud trägt wegen seiner Internationalität und der offenen Atmosphäre nicht unwesentlich zu der oben erwähnten Horizonterweiterung bei. In Ubud, dem Kulturzentrum Balis, leben und arbeiten Menschen aus vielen Ländern aller Kontinente. Natürlich prägen wie überall auf der Insel auch Touristen das Bild und meistens ist das eher schrecklich. Zum Glück sind die meisten nur Tagesausflügler und abends haben die „Locals“ und die „Expats“ die Stadt für sich - zumindest jetzt in der Nebensaison. Wer offen ist und bereit, sich auf andere Menschen einzulassen, kann wunderbare Begegnungen haben.
Ein Beispiel: Vor ein paar Tagen trafen wir uns in bunter Runde zum Dinner: eine Schweizerin, ein US-Amerikaner, eine Holländerin, ein Australier und wir zwei Deutsche. Es war ein sehr schöner Abend mit erstklassigem Essen (Ubud ist auf jeden Fall die kulinarische Hauptstadt Balis) und einer anregenden Unterhaltung. Fremde Perspektiven kennenzulernen, den eigenen, so sicher geglaubten Standpunkt zu verlassen, sich nicht nur räumlich, sondern auch intellektuell zu bewegen - nichts macht den eigenen Horizont weiter. In unserem „Winter in Ubud“ bieten sich dazu immer wieder Gelegenheiten. Irgendwann im März kommen wir zurück nach Deutschland. Hoffentlich in den Frühling. Auf jeden Fall aber unendlich bereichert.
Meine Frau und ich kommen seit nunmehr 20 Jahren regelmäßig nach Bali. Wohin auch immer uns unsere zahlreichen Reisen in Asien führten, ein kurzer Abstecher auf die „Insel der Götter“ musste fast immer sein. Die besondere Faszination dieses kleinen Eilands mit seiner weltweit einzigartigen Kultur ist schwer zu erklären. Sie lässt sich nur erleben und ich kenne niemanden, der sich dem Zauber entziehen kann. Wir schauten bald auch hinter die glänzenden Fassaden und Kulissen, erlebten balinesische Wirklichkeit jenseits der touristischen Hochglanzprospekte. Wir begannen, indonesisch zu lernen. Wir bemühten uns, das schier undurchdringliche Dickicht indonesischer Politik zu verstehen und lernten mehr und mehr über die Verwerfungen und Konflikte in der balinesischen Gesellschaft, die wir immer noch nur ansatzweise verstehen. Die Realität entzaubert manches und doch: An keinem anderen Ort fühlen wir uns so daheim.
Sicherlich liegt das auch an der Kleinstadt Ubud, die seit einigen Jahren unsere Winterheimat ist. Ubud wurde gerade von einer amerikanischen Reisezeitschrift zur „best city of Asia“ gekürt, was angesichts der Tatsache, dass sie mit ihren 8000 Einwohner die pulsierenden Metropolen Bangkok und Hongkong auf die Plätze verwies, seltsam anmuten mag. Wer hier länger lebt, versteht das besser. Ubud trägt wegen seiner Internationalität und der offenen Atmosphäre nicht unwesentlich zu der oben erwähnten Horizonterweiterung bei. In Ubud, dem Kulturzentrum Balis, leben und arbeiten Menschen aus vielen Ländern aller Kontinente. Natürlich prägen wie überall auf der Insel auch Touristen das Bild und meistens ist das eher schrecklich. Zum Glück sind die meisten nur Tagesausflügler und abends haben die „Locals“ und die „Expats“ die Stadt für sich - zumindest jetzt in der Nebensaison. Wer offen ist und bereit, sich auf andere Menschen einzulassen, kann wunderbare Begegnungen haben.
Ein Beispiel: Vor ein paar Tagen trafen wir uns in bunter Runde zum Dinner: eine Schweizerin, ein US-Amerikaner, eine Holländerin, ein Australier und wir zwei Deutsche. Es war ein sehr schöner Abend mit erstklassigem Essen (Ubud ist auf jeden Fall die kulinarische Hauptstadt Balis) und einer anregenden Unterhaltung. Fremde Perspektiven kennenzulernen, den eigenen, so sicher geglaubten Standpunkt zu verlassen, sich nicht nur räumlich, sondern auch intellektuell zu bewegen - nichts macht den eigenen Horizont weiter. In unserem „Winter in Ubud“ bieten sich dazu immer wieder Gelegenheiten. Irgendwann im März kommen wir zurück nach Deutschland. Hoffentlich in den Frühling. Auf jeden Fall aber unendlich bereichert.
Geschrieben von Matthias Brömmelhaus
in Der Täter schreibt
um
05:24
| Kommentare (0)
| Trackbacks (0)
(Seite 1 von 1, insgesamt 3 Einträge)

