Erstens kommt es anders ...
Donnerstag, 31. Mai 2012
... und zweitens als man denkt. Ja, ja, das ist ein dummer Spruch. Aber irgendwie passt er gerade. In meinem letzten Beitrag schrieb ich über meine Ambitionen, Kriminalromane via Kindle Direct Publishing zu veröffentlichen. Keine Angst, daran hat sich nichts geändert. Nur schicke ich eine andere Geschichte ins Rennen, als ursprünglich geplant. Vor ein paar Wochen dachte ich, mein 1941 spielender Kriminalroman, der noch bei zwei Verlagen zur Prüfung liegt, müsse sich hinter einem gängigeren Krimiplot anstellen. Was waren die Gründe dafür? War da noch ein Zweifel im Hinterkopf? Dachte ich etwa: Die Geschichte ist mir für Selfpublishing zu schade? Was für ein Schmarrn! Wenn ich mich für diesen Weg entscheide, dann voll und ganz. Also ist es richtig, zuerst den Roman zu veröffentlichen, an dem ich am meisten hänge und von dem ich am überzeugtesten bin. Die Zeit des Wartens erkläre ich hiermit endgültig für beendet.
Diese Entscheidung hat vor allem zur Konsequenz, dass alles jetzt viel schneller gehen wird. Ich gebe mir zehn Tage Zeit für eine abschließende Redaktion. Anschließend geht das Manuskript ins Endkorrektorat - ein Lektorat hat es bereits hinter sich. Parallel wird am Cover gearbeitet. Dann konvertieren, hochladen .... Im Juli sollte das Buch erhältlich sein. Als Kindle E-Book und - auch das aufgrund der aktuellen Entwicklungen eine neue Perspektive - als Printexemplar via »Create Space«.
Einige Entscheidungen habe ich nach langen Gesprächen mit Freunden und Kollegen inzwischen getroffen. Ich werde für die Kriminalromane ein Pseudonym verwenden, ohne zu verschleiern, wer sich dahinter verbirgt. Der Grund ist einfach: Ich verdiene mein Geld mit dem Schreiben von Biografien und gebe mich nicht der Illusion hin, dass ich dank meiner Romane reich und berühmt werde. Mein Name steht für den Biografen - und das soll so bleiben. Gleichzeitig gehe ich einem weiteren Schreibberuf nach - und dafür verwende ich den Künstlernamen. Es macht übrigens großen Spaß, den Namen zu kreieren. Und es ist schwierig. Inzwischen habe ich mich festgelegt, aber verraten wird noch nichts.
Bis zum Erscheinen des Buches bleibt fiel zu tun. Unter dem Künstlernamen muss eine Webpräsenz aufgebaut werden. Eine eigene Facebookseite und ein eigenes Blog sind selbstverständlich. Bei Twitter bin ich noch unschlüssig. Viele betonen die besondere Bedeutung des Microbloggings für Autoren. Für mich als Biograf bringt es kaum etwas, deshalb habe ich es in der letzten Zeit auch zugunsten von Facebook vernachlässigt. Andererseits habe ich bei Twitter 800 Follower. Ein Kollege riet, dort einfach den Namen zu ändern - natürlich vorbereitet durch viele Tweets - und anschließend unter dem Pseudonym über die Arbeit meines Alter Ego zu twittern. Was meint Ihr?
Bis zum Erscheinen des Buches bleibt fiel zu tun. Unter dem Künstlernamen muss eine Webpräsenz aufgebaut werden. Eine eigene Facebookseite und ein eigenes Blog sind selbstverständlich. Bei Twitter bin ich noch unschlüssig. Viele betonen die besondere Bedeutung des Microbloggings für Autoren. Für mich als Biograf bringt es kaum etwas, deshalb habe ich es in der letzten Zeit auch zugunsten von Facebook vernachlässigt. Andererseits habe ich bei Twitter 800 Follower. Ein Kollege riet, dort einfach den Namen zu ändern - natürlich vorbereitet durch viele Tweets - und anschließend unter dem Pseudonym über die Arbeit meines Alter Ego zu twittern. Was meint Ihr?
Geschrieben von Matthias Brömmelhaus
in Der Täter schreibt
um
14:23
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Work in progress
Freitag, 4. Mai 2012
Ich schreibe. Zum Broterwerb Biografien und Sachtexte. Zum Vergnügen anderes. Im Laufe der Jahrzehnte habe ich mich in den verschiedensten Genres ausprobiert. So liegen einige Manuskripte in der Schublade und bei den meisten ist es gut, wenn sie dort bleiben und nie das Licht der Öffentlichkeit erblicken.
In den letzten Jahren habe ich zum Pläsier nur noch Krimis geschrieben. Von der Kurzgeschichte bis zum Roman ist alles dabei. Zwei Manuskripte habe ich so weit ausgearbeitet, dass ich Sie Verlagen zur Prüfung vorgelegt habe. Im Ergebnis wurde mir mehrmals bescheinigt, dass ich ja durchaus schreiben könne (vielen Dank auch!), aber leider, leider keine Möglichkeit zur Veröffentlichung bestehe. Die Gründe waren vielfältig und reichten von der Tatsache, dass bereits ein anderer Autor das Thema besetze bis hin zur lapidaren Feststellung, das Sujet ließe sich im Moment nicht verkaufen. Wenn ich einen Regionalkrimi mit aktuellem Bezug hätte, könnte man ja noch mal darüber reden.
Ein kleiner Verlag bot mir einen Vertrag an, den ich umgehend in den Papierkorb warf. Nein, ich muss nicht unter allen Umständen meinen Namen auf einem Buchcover sehen.
Eines der beiden Manuskripte, ein zeithistorischer Kriminalroman, wird noch bei zwei Verlagen geprüft. Da warte ich in aller Ruhe ab. Sollte es nichts werden, bleibt er, wo er ist: in der Schublade.
Mit dem zweiten Manuskript allerdings habe ich andere Pläne. Diese Geschichte eignet sich meines Erachtens für ein Experiment, mit dem ich heute beginne. Ende offen. Die Idee kam mir, als ich beim Überarbeiten des Texte mir nichts dir nichts begann, an einem Fortsetzungsplot zu stricken, der sich direkt aus der Handlung des vor mir liegenden Textes ergab. Nach einigen Tagen hatte ich in Grundzügen die Idee für eine Serie zu Papier gebracht.
Gleichzeitig las ich aus purer Neugier alles, was ich über Amazons Kindle Direct Publishing finden konnte und stellte auf einmal fest: Eine Serie zu haben scheint hier auf jeden Fall besser zu sein, als zu versuchen, mit dem einen, großen Wurf Erfolg zu haben.
Im nächsten Schritt lud ich mir die meist verkauften Kindlebooks von verlagsunabhängigen Autoren auf den Reader. Ich wollte wissen, was sich gut verkauft, vielleicht könnten man daraus auf ein Erfolgsrezept schließen. Kann man natürlich nicht. Es gibt bei den Indie-Autoren wahre Perlen zu entdecken und es gibt Erschreckendes. Und beides läuft. Der Markt ist eben groß und rätselhaft! Einige wenige Regeln, die den Verkaufserfolg zu befördern scheinen, glaube ich aber doch erkannt zu haben. Ein paar haben mit dem Inhalt zu tun, die meistens mit der Vermarktung und der konsequenten Nutzung des von Amazon zur Verfügung gestellten Instrumentariums bzw. der sozialen Netze.
Je mehr ich mich mit der Materie beschäftigte, desto konkreter wurde die Idee. Und seit ein paar Tagen bin ich mir sicher: Ich werde es tun. Ich werde mein vorliegendes Manuskript auf ein konkretes Ziel umarbeiten und erweitern: die Veröffentlichung via Amazon KDP.
So, jetzt ist es raus und damit setze ich mich gewollt unter Druck. Im Laufe dieses Jahres möchte ich die Serie starten. Bis dahin ist noch viel zu tun. Das vorliegende Manuskript - zum Inhalt verrate ich selbstverständlich noch nichts - werde ich in zwei Teile splitten. Sprich: Umschreiben. Einen dritten Teil habe ich bereits geplottet, er soll bis zur Veröffentlichung des ersten Teils wenigstens in der Rohfassung und muss bis zur Veröffentlichung des zweiten Teils in der Endfassung fertig sein.
Dann braucht es noch ein Lektorat, ein Cover, die technische Konvertierung, und, und, und.
Außerdem warten noch viele Fragen auf Antworten. Zum Beispiel die, ob ich die Krimiserie unter Pseudonym publizieren sollte, um eine Kollision mit meiner Brotschreiberei zu vermeiden. Oder wann der ideale Zeitpunkt für die Veröffentlichung des ersten Teils ist, wenn ich davon ausgehe, dass ich im September so weit wäre? Und in welchen Abständen die einzelnen Teile folgen sollen? Und viele mehr.
Ich werde den Fortschritt der Arbeit in den kommenden Wochen auf diesem Blog dokumentieren, die offenen Fragen stellen und hoffentlich intensiv mit den Leserinnen und Lesern diskutieren. Wie der Titel schon sagt: Work in progress. Auch über das Ergebnis, sprich die Verkaufszahlen, werde ich nicht schweigen. Auch dann nicht, wenn es ein Misserfolg werden sollte. Versprochen!
Geschrieben von Matthias Brömmelhaus
in Der Täter schreibt
um
15:12
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