Schreibtäters:: Geständnis
Schreibtäters Geständnis
Meine Name ist Matthias Brömmelhaus, aber das tut eigentlich nichts zur Sache. Was die Anklage der Schreibtäterschaft angeht, bekenne ich mich schuldig.
Ich gestehe, dass ich schon in der Schule mit Begeisterung Aufsätze schrieb, ohne mich dafür zu schämen. Als Redakteur der Schülerzeitung zeichnete ich für einige der bissigsten Satiren verantwortlich. Auf der Uni hauchte ich auch noch den theoretischten Pamphleten textlich Leben ein. Fast wäre ich schon direkt nach dem Examen zum Profi geworden. Ich schrieb ein historisches Sachbuch und textete Firmen- und Vereinschroniken. Kurz: Ich haute in die Tasten für jeden, der mich dafür bezahlte. Sogar vor Trivialem scheute ich nie zurück.
Selbst als ich scheinbar ganz andere Wege ging und im Management von Tourismusregionen tätig war, schrieb ich heimlich weiter – sehr zum Verdruss der Werbeagenturen, die ihre Broschürentexte nicht mehr wiedererkannten.
Seit zehn Jahren bin ich professioneller Schreibtäter. Mein Hauptbetätigungsfeld sind Biografien, aber dazu ist hier alles gesagt.
Als Schreibtäter bin ich käuflich. Neben Lebensgeschichten schreibe ich Texte für Broschüren, Kataloge, Flyer, Onlinemedien.
Und dann ist da noch mein Untermieter Béla Bolten, der immer mehr Raum für sich beansprucht. Nun gut, immerhin zahlt er pünktlich seine Miete.
Und dann ist da noch mein Untermieter Béla Bolten, der immer mehr Raum für sich beansprucht. Nun gut, immerhin zahlt er pünktlich seine Miete.

